ELISABETH PLANKS FESSELNDE FARBENEXPLOSION IN LINZ
KUNSTMAGAZIN PARNASS
Margareta Sandhofer

Im Schlossmuseum Linz gewährt Elisabeth Plank in ihrer ersten musealen Solo-Präsentation einen umfassenden Einblick in 40 Jahre ihres vielfältigen malerischen Schaffens und verleiht diesem in ungewöhnlich großen Formaten einen brillanten Auftritt.

Die Ausstellung hebt mit „Großes Bild mit Lila“ von 1983 an, als Elisabeth Plank noch bei Oswald Oberhuber an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien studierte, und spannt sich bis zur jüngsten Werkgruppe „Lyrics“ von 2024.

Das Studium bei Ossi Oberhuber und die Freundschaft, die Elisabeth Plank mit ihm ohne Unterbrechung verband, der kollegiale intellektuelle Austausch mit ihm wie die geteilte unbeirrbare Leidenschaft für Kunst, mögen sehr prägend für ihren künstlerischen Werdegang gewesen sein. Denn ihr langjähriges Schaffen durchwandert in überraschenden Wendungen ungeahnte vielgestaltige Metamorphosen. Es balanciert mit spielerischer Leichtigkeit über diverse Stilmittel hinweg und zeichnet sich zugleich von höchster Eigenständigkeit und Resistenz gegenüber jeder modischen Tendenz aus. In dieser Hinsicht ähnelt es dem Werk des ehemaligen Lehrers, ohne diesem oder sonstigen Einflüssen formal verpflichtet zu sein. Vielmehr entwickelt sich Elisabeth Planks Malerei in einer Eigengesetzlichkeit aus sich selbst heraus. Sie entsteht in der vertieften Auseinandersetzung mit der Malerei an sich, aus Freude an der Farbe und Komposition wie am malerischen Prozess und aus Mut zum Experiment. Elisabeth Plank bewegt sich im Dialog mit den malerischen Mitteln und Materialien, erprobt und erforscht die kompositorischen und farbigen Möglichkeiten und erobert den malerischen Raum als ein unerschöpfliches Terrain. So bewältigt sie in „O.T. (Street Dance)“ von 2009 mühelos das enorme Format von 280 × 480 cm, das den in die Ausstellung Eintretenden in kraftvoller Vitalität gegenübersteht.

Die Stipendien in New York 1991 und in Japan 1992 regten Elisabeth Planks malerische Entwicklung entsprechend an. Die amerikanische Umgebung stimulierte zur weit ausgreifenden expressiven Geste und großem Format; die japanische Geisteshaltung zur asketischen Tuschezeichnung auf Papier in abstrakten Modi. Diese Arbeiten der radikalen Reduktion von 1992 sind im zweiten Ausstellungsraum zu sehen, daneben zwei Exempel der Serie der abstrakten „Zeitcontainer“, die Elisabeth Plank, zurück in Wien, 1993 malt. In diesen minuziösen Setzungen unzähliger Punkte in Sepia auf Molino vollzieht sie eine Verdichtung und Entformalisierung der japanischen Tuschearbeiten. Aus diesen Zeichen heraus entwickelt sie ihr formales und farbiges Vokabular neu. Sie baut aus nicht weniger reduzierten farbigen Strichcodes ganze Kompositionen auf und nach kurzer Unterbrechung kehrt die große Liebe zur Farbe in leuchtender Präsenz zurück.

Wenige ausgesuchte Exponate zeugen von Elisabeth Planks Zuwendung zur Gegenständlichkeit. In diesen ist das Motiv der Lilie kaum erkenntlich, denn mittels Schablone und Luftpinsel auf Silhouetten reduziert und fragmentiert. Diese Werke präsentieren sich als lustvolle Farberscheinungen, bewusst ihrer betörenden Sinnlichkeit, in fröhlicher Unbekümmertheit und sprühender Farbigkeit.

Mit den lang gestreckten großen Querformaten der „Lyrics“ sind die neuesten Arbeiten von Elisabeth Plank zu sehen. Auf sattem farbigem Grund sind in flirrenden Farben lineare, leuchtende Elemente gesetzt, die den inneren Gleichklang dynamisieren und durch Akzente der Vibration durchbrechen. Das bewegte Spiel der Formen und Farben der „Lyrics“ erfüllt den Raum mit bestrickender Energie. Speziell das jüngste Werk, dominiert von den Farbtönen des Bildgrundes in Caput mortuum (dunkles Violett) und Rot, changiert zwischen Spiritualität und Sinnlichkeit, nimmt einen gefangen in seiner vieldeutigen Verführung und hinterlässt einen anhaltend nachklingenden Eindruck.

Link: https://www.parnass.at/ausstellungen/elisabeth-planks-fesselnde-farbenexplosion-in-linz

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